Claus Theurer Westernreiten

Siebengebirgs-Cup am 19.06.2010

Um es vorweg zu nehmen, es war ein wunderschöner Tag. Unsere Pferde waren in Topform, das Orgateam bestens präpariert. Die anfängliche Nervosität unserer Newcomerin wurde netterweise in Bildern festgehalten, sie ging nämlich kurz und schnell vorüber. Professionell bereitete unser Orgateam Hänger und Auto vor, Pferde waren bereits fertig von uns geputzt worden und innerhalb kürzester Zeit machten wir uns von Fernthal in Richtung Bruchhausen auf den Weg.
Das Gut Hohenunkel liegt etwas versteckt auf einem Hochplateau über Unkel. Wir haben es gut gefunden und ca. 45 Minuten später kamen wir am Hof an, parkten Auto mit Hänger auf den vorbereiteten Stellplätzen und sahen uns mit unseren Pferden zunächst mal neugierig um. Mit Blick auf den Rhein und den Drachenfels ließen wir die Pferde noch einen kurzen Moment grasen, erledigten die organisatorischen Dinge und konnten nun endlich auch unsere Dritte im Bunde aus Asbach begrüßen. Dank der hilfreichen Männerhände aus dem Orgateam war das Vorbereiten auf den Ritt eine leichte Übung und nach einer Lahmheitskontrolle ging es pünktlich um 11.30 Uhr auf den Weg. Wir wurden mit den Worten entlassen: “Jetzt können sie drei Stunden lang quatschen“, (wer uns da so gut kennt?!). Während wir mit unseren Pferden unterwegs waren, besprach man sich im Orgateam.

Der eine hatte schon wieder weitere Pflichten,
der andere – Martin ist sein Name - wurde gut beraten,
und um jetzt mal zu dichten, -
er marschierte, ohne lange zu warten
ins Rheintal zum Stuxhof in Unkel auf verschlungenen Pfaden.
Dort fand er den Wein, der ihn interessierte,
und kehrte zurück, - was ihn nicht nur faszinierte.
Der Weg war steil und steinig,
und schnell war er darüber einig,
dass oben ein Liegestuhl zu suchen sei,
und die Wartezeit ginge im Nu vorbei.

Wir Frauen zu Pferde ritten zunächst talabwärts auf einem passablen Waldweg, der uns zu unserer ersten Station brachte. Dort war ein Wasserfass aufgestellt, aus diesem mussten mit einer langen Angel innerhalb einer Minute vier Baumscheiben heraus geangelt werden. Für besonderen Gehorsam des Pferdes gab es hier Extrapunkte. Die hat sich Henry, Gabis Renntraber, redlich verdient. In vorbildlicher Haltung (es gibt einen Fotobeweis) ließ er Gabi die Arbeit machen. Eine Aufgabe, die einen richtig zur Ruhe zwingt, der Atem des Pferdes ist schon Ablenkung und erschwert die Ausführung. Von hier ging es noch eine kurze Strecke den Talweg entlang eines Baches, dann stiegen wir an ins Siebengebirge. Es war eine sehr helle, freundliche bewaldete Gegend, durch die unser Weg uns führte, die Sonne ließ uns nicht im Stich und entsprechend heiter war unsere Stimmung. Bis zur Mittagsstation ging es stetig bergan, wir ließen die Pferde im Schritttempo marschieren, was unserem Bedarf an Unterhaltung sehr zuträglich war. So kamen wir nach ca. 10 km und 1 ½ Stunden am Mittagsstopp an.

Dort durften wir uns an Essbarem laben,
doch vorher mussten wir auf einige Fragen
die passenden Antworten parat haben.
Das waren Fragen zum Gesundheitszustand des Pferdes,
solch ein Wissen ist absolut unentbehrlich.
Manch einer kam dabei ziemlich ins Schwitzen,
und wollte sich lieber etwas vom Essen stibitzen.
Essen und Trinken waren gut und lecker,
zum Schluss gab es noch – ganz ohne Gemecker –
einige Fragen zum 1. Hilfe leisten –
aber auch das wussten die meisten.

Nach der Mittagsrast ging es durch den sonnigen Wald weiter bergauf und bergab. Unsere Pferde verständigten sich auf ein gemütliches Tempo und wir genossen Stimmung und Wetter in vollen Zügen. Auf halber Strecke zwischen Mittagsrast und Endstation (=Ausgangspunkt) gab es dann eine weitere Unterbrechung: Minigolf vom Pferd aus. Mit einem Besenstiel sollte ein Ball im Slalom durch Hindernisse geführt werden. Von Vorteil waren hier kleine Pferde, der Besenstiel war nicht allzu lang. Aber auch hier ließ sich Gabi mit ihrem Traber nicht aus der Ruhe bringen und holte, wie wir anderen auch, die volle Punktzahl. Ein weicher grasbewachsener Waldweg lud noch zum Traben ein, dann ging es bergab auf den Rückweg. Die Gespräche ebbten ein wenig ab, jeder hing seinen eigenen Gedanken nach - schließlich wurden wir in Hofnähe schon von weitem von Martin gesichtet, der nach dem anstrengenden Rückweg von Unkel seinen Liegestuhl gefunden und uns gut im Blick hatte.

Zum Schluss gab’s `nen Trail, einen schönen Parcours,
alle hatten Spaß, es wurde für keinen zur Tortour.
Wir aus Fernthal haben uns tapfer geschlagen -
Und mit mehr Übung werden wir es beim nächsten Trail wagen,
übers Hindernis und durch den Vorhang zu „jagen“,
und Punkte zu sammeln, ohne zu verzagen.

Glücklich und strahlend ging’s dann nach Haus,
und hier ist das Siebengebirgscup Märchen 2010 aus!


Bericht: Monika


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